Zwei Vogtländer im Retezat, Juli 2003. Von Frank Stiebert und Rene Böhm

10.07.

Nach einer problemlosen Anreise kamen wir um 21.00 Uhr im „Complex turistic Cheile Butii“ an. Das Zimmer war telefonisch vorbestellt und akzeptabel. Also erst einmal Duschen und die rumänische Küche probieren. Das Bier war in Ordnung und Tzuike auch. Aufgetischt wurden Steaks mit Pommes.

11.07.
Nach dem Frühstück wurden die Kraxeln gepackt und auf ging es in Richtung „Cabana Buta“. Gleich hinter „Cheile Butii“ (900m) ging es steil bergan durch den Wald und später über zwei schöne Lichtungen bis zu dem Forstweg, welcher zur „Buta“ (1580m) führt. Das Wetter war gemischt und später fing es leicht an zu regnen. Am Nachmittag war nach einigen Bachüberquerungen und Balancierübungen das Etappenziel dann erreicht, und man konnte bei der Wirtin der „Buta“ erst einmal einkehren, was nach der ungewohnten Plackerei das reinste Labsal war. Nun schnell ein paar Meter wieder abgestiegen, auf der Lichtung das Zelt aufgebaut, anschließend Feuer gemacht und Süppchen gekocht. Es war ein schöner Abend und es hatte aufgehört zu regnen. Mond und Sterne.

12.07.
8.00 Uhr. Wolkenloser Himmel, herrliche Berge und ein guter Kaffee. Was für ein schöner Morgen. Bei der Wirtin der Cabana noch zwei Kleinigkeiten eingekauft und schon ging es voller Tatendrang nach oben zum Sattel „Saua Plaiul Mic“(1880m) .Der Aufstieg war steil und sehr anstrengend. Ziemlich erschöpft kamen wir oben an, und ich brauchte dringend eine Rast. Die Belohnung für die Schinderei war ein wahrhaftig toller Ausblick. Als es weiterging kamen uns von einem nahen Bergsee erst einmal eine Herde Pferde wiehernd entgegen. Sehr idyllisch, und was für ein Panorama! Das es vom „Saua Plaiul Mic“ (1880m) nach „Poiana Pelegii“ (1600m) wieder nach unten ging konnte man schließlich aus der Karte entnehmen. Aber so tief? So steil? Nun gut, es gibt schlimmeres. Weiter ging es dann zum „Bucura“ See (2041m), welcher gegen 14.00 Uhr mit schmerzenden Gliedern erreicht wurde. Am Abend kam starker Wind auf, und ich war froh, dass mein Zelt nicht davonflog.
Das ging die ganze Nacht so weiter.

13.07.
Sturm und Regen. Ich bleibe im Bett.
14.00 Uhr. Es gießt immer noch in Strömen, der Sturm rüttelt am Gestänge, und ich bin auf billige Art und Weise zu einem Wasserbett gekommen. Zum Glück ist der Zeltboden (noch) dicht. Wassereinbrüche sind nicht zu verzeichnen. Ich mache Evakuierungspläne und glaube es wird kalt. An ein Rausgehen ist nicht zu denken. Irgendwann gegen Abend hörte der Regen dann auf, so dass man sich doch noch einmal die Beine vertreten konnte. Der kalte Nordwind aber blieb.

14.07.
Nebel und Sturm. Eine Besteigung des „Peleaga“ kann man vergessen. Gott sei dank, das das Zelt gehalten hat. Jetzt heißt es Sachen packen und zurück ins Tal. Eine kleine Unvorsichtigkeit, und der Wind packte mein Zelt wie einen Luftballon. Es ist nur dem beherzten Zupacken einer in der Nähe stehenden Ungarin zu verdanken, das das Zelt heil blieb. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals. Ohne Frühstück ging es talwärts. Aber wer hätte schon gedacht, dass die Sonne schon nach einer halben Stunde Marsch ihre wärmenden Strahlen schickte. Unten in „Poiana Pelegii“ war es warm und angenehm. Der weitere Weg zurück zur „Cabana Buta“ war durch schöne Ausblicke gekennzeichnet. Der Blick zurück in Richtung „Bucura“ zeigte allerdings, dass die Wetterlage dort oben unverändert war.
In freudiger Erwartung auf eine „Ciorbe“ lenkten wir unsere Schritte zur Wirtin und wurden nicht enttäuscht. Die Suppe war heiß und lecker.
Mit Feuer machen, Holz sammeln und Kaffee kochen verging der Nachmittag. Später kamen noch zwei Rumänen, ebenfalls vom „Bucura“, die wir zu uns ans Feuer einluden. Der Abend wurde lang und lustig.

15.07.
Da am letztem Gebirgstag die Zeit nicht drängte, konnte man in Ruhe ausschlafen, Kaffeetrinken und packen. Die Kraxel war inzwischen leichter, und so gestaltete sich die letzte Etappe zurück zum „Complex turistic Cheile Butii“ sehr locker. Auch hatte man dort noch Zimmer frei, so dass einer heißen Dusche nichts mehr im Wege stand.
Lobend sei für diesen Abend die Küche erwähnt. Ich aß gebratenes Hühnchen in saurer Sahne mit Kartoffeln und Salat. Es war sehr gut.

16.07.
Rückfahrt mit dem Auto, welches noch unbeschädigt am alten Platze stand, verlief problemlos.


Fazit: Es war eine tolle Tour. Vielleicht ein wenig zu kurz.